Ablauf & Kosten
Wie läuft die Therapie ab? Was ist bei der Abrechnung zu beachten?
ADHS wird oft als Thema der Kindheit betrachtet. Doch viele Erwachsene leben jahrelang mit einer unerkannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung – und erleben deren Auswirkungen besonders deutlich in ihrer Partnerschaft. Vergesslichkeit, Impulsivität, emotionale Überreaktionen: Was von außen wie Desinteresse oder Rücksichtslosigkeit wirkt, hat häufig eine neurologische Ursache.
In vielen Paarbeziehungen, in denen ein Partner ADHS hat, entwickeln sich mit der Zeit bestimmte Dynamiken:
Ein häufig unterschätzter Faktor ist der sogenannte Hyperfokus: In der Verliebtheitsphase richten Menschen mit ADHS ihre gesamte Aufmerksamkeit auf den neuen Partner. Diese Intensität kann sich wie tiefe Verbundenheit anfühlen – und ist es auch. Doch wenn der Hyperfokus nachlässt und der Alltag beginnt, erlebt der Partner diesen Wandel oft als Rückzug oder Gleichgültigkeit. Das Verständnis für dieses Muster ist ein wichtiger erster Schritt.
Hinzu kommt die emotionale Dysregulation, die bei ADHS häufig auftritt: Gefühle entstehen schnell, intensiv und sind schwer zu regulieren. Kritik wird als vernichtend erlebt, Freude kann in Sekunden umschlagen. Das macht ruhige, lösungsorientierte Gespräche schwierig – und belastet beide Seiten.
Wenn ADHS in der Partnerschaft zur Belastung wird, ist Psychotherapie ein wirksamer Ansatz – sowohl in der Einzeltherapie als auch gemeinsam in der Paartherapie.
In der Einzeltherapie bei ADHS geht es darum, die eigenen Muster besser zu verstehen, Strategien für den Alltag zu entwickeln und emotionale Reaktionen besser regulieren zu lernen.
In der Paartherapie steht das gemeinsame Verständnis im Mittelpunkt: Wie wirkt ADHS auf die Beziehungsdynamik? Welche Rollenverteilungen haben sich entwickelt? Wie können beide Partner fairer miteinander kommunizieren?
Oft hilft es schon, die Diagnose gemeinsam zu verstehen – und zu wissen, dass viele Konflikte keine Charakterfrage sind, sondern neurobiologisch erklärbar.
Wenn sich Erschöpfung, Vorwürfe und gegenseitige Entfremdung wiederholen – und das Muster sich trotz guter Absichten nicht verändert – ist professionelle Unterstützung sinnvoll. Das gilt für beide Partner, nicht nur für die Person mit ADHS.
Einen ersten Überblick über ADHS bei Erwachsenen bietet unsere Seite zur ADHS-Therapie in Berlin. Wer unsicher ist, ob ADHS vorliegt, kann zudem unseren ADHS-Selbsttest für Erwachsene nutzen.
ADHS zeigt sich in Beziehungen häufig durch Vergesslichkeit, Unzuverlässigkeit bei Alltagsaufgaben, impulsive Reaktionen und emotionale Überreaktionen. Der nicht betroffene Partner übernimmt oft mehr Verantwortung, was zu Erschöpfung und Ungleichgewicht führt.
Ja – wenn beide Partner die Diagnose verstehen und gemeinsam Strategien entwickeln. Psychotherapie, Paartherapie und klare Kommunikation können die Beziehungsqualität erheblich verbessern.
Hyperfokus ist ein Zustand intensiver Konzentration auf etwas, das gerade sehr interessant ist. In der Verliebtheitsphase richten Menschen mit ADHS diesen Fokus oft auf den Partner – was sich wie intensive Zuneigung anfühlt. Wenn dieser Fokus nachlässt, kann das als Gleichgültigkeit oder Enttäuschung erlebt werden.
Wenn sich Erschöpfung, Vorwürfe und gegenseitige Entfremdung wiederholen, ist professionelle Unterstützung sinnvoll – entweder in der Einzeltherapie für die betroffene Person oder in der Paartherapie für beide gemeinsam.
Wie läuft die Therapie ab? Was ist bei der Abrechnung zu beachten?
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