Ablauf & Kosten
Wie läuft die Therapie ab? Was ist bei der Abrechnung zu beachten?
Ein Trauma entsteht, wenn ein Erlebnis das seelische Verarbeitungsvermögen übersteigt – sei es durch Gewalt, Verlust, Unfall oder anhaltende Vernachlässigung. Was zurückbleibt, sind Spuren im Nervensystem, die sich oft noch lange nach dem eigentlichen Ereignis bemerkbar machen.
Als Traumafolgestörung bezeichnet man die anhaltenden psychischen Beschwerden, die entstehen, wenn das Erlebte nicht verarbeitet werden kann. Zu den häufigsten Auslösern zählen:
Diese traumatische Erfahrung stellt für unser angeborenes biologisches Stresssystem eine Überforderung dar. Das Gehirn wird mit dem Stresshormon Cortisol überflutet, und die angemessene Verarbeitung des Erlebten wird behindert. Die Betroffenen können diese Erfahrung nicht wie gewohnt in ihrem Erlebnisschatz integrieren, um wieder Abstand davon zu gewinnen. Der Organismus verharrt auf diesem erhöhten Stressniveau und entwickelt charakteristische Folgebeschwerden.
Traumafolgen zeigen sich nicht bei allen Menschen gleich. Die Beschwerden hängen von der Art des Traumas, dem Lebensalter und dem sozialen Umfeld ab. Typisch sind Symptome aus vier Bereichen:
Wiedererleben. Flashbacks, in denen das Erlebnis plötzlich und intensiv zurückkommt – als würde es gerade jetzt passieren. Albträume, die immer wieder dasselbe Thema aufgreifen. Körperliche Reaktionen wie Herzrasen oder Schwindel, ausgelöst durch Erinnerungen an das Trauma.
Vermeidung. Situationen, Orte, Gespräche oder Gedanken werden konsequent gemieden, weil sie an das Trauma erinnern könnten. Was kurzfristig Erleichterung bringt, verfestigt die Belastung langfristig.
Anhaltende Anspannung. Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme – das Nervensystem bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft, auch wenn die Gefahr längst vorbei ist.
Veränderungen in Denken und Fühlen. Scham, Schuldgefühle, das Gefühl innerlich leer zu sein. Entfremdung von anderen Menschen. Negative Überzeugungen über sich selbst – etwa: „Ich bin schuld", „Ich hätte es verhindern müssen" oder „Niemand versteht mich."
Die bekannteste Traumafolgestörung ist die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Sie entsteht häufig nach einem einzelnen, klar abgrenzbaren Ereignis – einem Unfall, einer Naturkatastrophe, einem Überfall.
Davon zu unterscheiden ist die komplexe Traumafolgestörung (kPTBS). Sie entwickelt sich nach wiederholten oder andauernden traumatischen Erfahrungen – oft über Jahre: Misshandlungen in der Kindheit, häusliche Gewalt, wiederholter Missbrauch. Neben den klassischen PTBS-Symptomen zeigen sich bei der kPTBS häufig ausgeprägte Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, ein tiefgreifend negatives Selbstbild und anhaltende Belastungen in Beziehungen.
Beide Formen sind behandelbar – und beide brauchen eine Therapie, die auf das individuelle Erleben eingeht.
Durch eine gezielte kognitiv-verhaltenstherapeutische Psychotherapie in Berlin und dem Einsatz der EMDR-Methode können die Symptome oft erheblich reduziert oder ganz zum Verschwinden gebracht werden. So findet im Rahmen der Psychotherapie Berlin Mitte nach einer eingehenden Diagnostik- und Vorbereitungsphase eine Konfrontation (imaginativ oder real) mit dem traumatischen Ereignis statt. Darüber hinaus werden die, durch das traumatische Ereignis entstandenen belastenden Annahmen (Gedanken), hinterfragt und korrigiert. Ziel ist der Abbau des Vermeidungsverhaltens, um die psychischen Belastungen zu mindern, so dass Sie wieder in der Lage sein werden, den Alltag zu bewältigen. Als qualifizierte Psychotherapeutinnen in Berlin werden wir Ihnen konkrete Strategien und Methoden mit an die Hand geben, um Ihre innere Balance und Freude am Leben wieder herzustellen.
Traumatherapie beginnt nicht mit der Konfrontation – sie beginnt mit Sicherheit. Bevor wir uns dem Erlebten annähern, erarbeiten wir gemeinsam eine stabile innere Basis: Techniken zur Emotionsregulation, Methoden zur Distanzierung von überflutenden Erinnerungen und das bewusste Erleben eigener Stärken und Ressourcen. Dieser Schritt ist kein Umweg – er ist die Grundlage, auf der alles andere erst möglich wird.
In der kognitiven Verhaltenstherapie werden belastende Überzeugungen, die durch das Trauma entstanden sind – etwa „Ich bin schuld", „Die Welt ist grundsätzlich gefährlich" oder „Ich bin nicht in der Lage, mich zu schützen" – schrittweise erkannt, hinterfragt und verändert. Die gezielte Konfrontation mit dem traumatischen Erleben hilft, Vermeidungsverhalten aufzulösen und die emotionale Verarbeitung abzuschließen.
Das Ziel der Traumatherapie ist nicht das Vergessen – es ist die Veränderung des Verhältnisses zur Erinnerung. Wenn das Trauma nicht mehr als akute Bedrohung erlebt wird, entsteht Raum: für neue Perspektiven auf sich selbst, für Beziehungen und für den Alltag. In dieser Phase geht es darum, das Verarbeitete ins eigene Lebensbild zu integrieren – und schrittweise zurück ins Leben zu finden.
Als ergänzende Methode setzen wir bei Bedarf EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ein – ein Verfahren, bei dem belastende Erinnerungen durch bilaterale Stimulation schrittweise verarbeitet werden können.
Trauma kommt selten allein. Häufig entwickeln sich im Laufe der Zeit weitere Belastungen – manchmal so sehr im Vordergrund, dass der Zusammenhang mit dem ursprünglichen Erlebnis kaum noch erkennbar ist.
Trauma und Depression. Anhaltende Erschöpfung, das Gefühl innerer Leere, Rückzug, Antriebslosigkeit – nach einem Trauma entwickeln viele Menschen Symptome, die einer Depression ähneln oder mit ihr einhergehen. Das Nervensystem hat so lange auf Hochtouren gearbeitet, dass es irgendwann zusammenbricht. Depression und Trauma verstärken sich gegenseitig – und beide brauchen Behandlung. → Depression – Psychotherapie in Berlin Mitte
Trauma, Angst und Panikattacken. Plötzliche Angst ohne erkennbaren Auslöser, Herzrasen, das Gefühl zu ersticken oder die Kontrolle zu verlieren – Panikattacken sind bei Traumafolgestörungen häufig. Sie entstehen, weil das Nervensystem nach einem Trauma dauerhaft auf Bedrohung eingestellt bleibt: Es reagiert auf harmlose Reize, als wäre die Gefahr noch immer akut. Wer versteht, warum das passiert, kann beginnen, diesen Kreislauf zu unterbrechen. → Panikattacken · Angststörungen – Psychotherapie in Berlin Mitte
Trauma und Körper. Traumafolgestörungen betreffen nicht nur die Seele – sie hinterlassen auch körperliche Spuren. Chronische Schmerzen, Erschöpfung, Magen-Darm-Beschwerden oder ein dauerhaft angespanntes Muskelsystem treten bei Menschen mit PTBS deutlich häufiger auf. Der Grund: Ein Nervensystem, das über lange Zeit in erhöhter Alarmbereitschaft verharrt, zieht den gesamten Organismus mit. Viele Betroffene durchlaufen jahrelang körperliche Behandlungen, bevor der Zusammenhang mit einem früheren Trauma erkannt wird. → Chronische Schmerzen · Psychosomatik – Psychotherapie in Berlin Mitte
Frau M., Anfang 40, kommt in die Praxis mit Symptomen, die sie sich lange nicht erklären konnte: nächtliche Albträume, starke Schreckreaktionen bei harmlosen Geräuschen, das Gefühl, neben sich zu stehen. Auslöser war ein schwerer Verkehrsunfall mehrere Jahre zuvor – körperlich längst verheilt, seelisch nicht verarbeitet.
In der Therapie beginnen wir mit einer Stabilisierungsphase: Frau M. lernt Techniken zur Selbstberuhigung kennen und entwickelt ein besseres Verständnis dafür, was mit ihrem Nervensystem passiert. Erst dann nähern wir uns dem Erlebten – unter anderem mit EMDR. Die Albträume werden seltener. Die Schreckhaftigkeit lässt nach. Frau M. beschreibt es so: „Ich erinnere mich noch an den Unfall – aber er gehört jetzt zur Vergangenheit."
(Name geändert, Fallbeispiel fiktiv)
Traumatherapie braucht Vertrauen – und Zeit. In unserer Privatpraxis am Gendarmenmarkt bieten wir beides: einen geschützten Raum, in dem Sie in Ihrem Tempo arbeiten können. Unser therapeutischer Schwerpunkt liegt auf kognitiver Verhaltenstherapie. Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wie Ihre Symptome entstanden sind, was Sie bisher getragen hat – und was der nächste Schritt sein könnte. Für die EMDR-Behandlung steht Ihnen mit Frau Dipl. Psych. Ute Berger eine speziell ausgebildete Traumatherapeutin zur Verfügung.
Eine PTBS entsteht nach schwerwiegenden Erlebnissen wie Unfällen, Gewalt oder Verlust. Das Gehirn kann das traumatische Erlebnis nicht normal verarbeiten – es bleibt auf erhöhtem Stressniveau und entwickelt charakteristische Folgebeschwerden wie wiederkehrende belastende Erinnerungen oder Schlafstörungen.
Nein. In der Traumatherapie bestimmen Sie das Tempo. Traumatische Erfahrungen werden nicht von Beginn an direkt bearbeitet – zuerst geht es um Sicherheit, Stabilisierung und Vertrauen. Wie viel Sie erzählen möchten und wann, liegt bei Ihnen. Viele Menschen erleben gerade das als Erleichterung.
Nach einer eingehenden Diagnostikphase folgt eine Vorbereitung mit Stabilisierungsübungen. Danach erfolgt eine gezielte Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis – imaginativ oder real. Belastende Gedanken und Annahmen werden dabei erkannt und korrigiert, um Vermeidungsverhalten abzubauen und die innere Balance wiederherzustellen.
Ja. Traumatische Erlebnisse können auch dann noch wirksam behandelt werden, wenn sie lange zurückliegen. Eine Verhaltenstherapie zeigt auch bei länger bestehenden Traumafolgestörungen gute Ergebnisse.
Für viele Menschen ja. Eine gut strukturierte Traumatherapie – mit ausreichend Zeit für Stabilisierung und gezielte Traumabearbeitung – führt bei einem Großteil der Betroffenen zu einer deutlichen oder vollständigen Symptomreduktion. Traumatische Erinnerungen verschwinden nicht, aber sie verlieren ihre emotionale Intensität und hören auf, den Alltag zu beherrschen.
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) unterstützt das Gehirn dabei, steckengebliebene Erinnerungen zu verarbeiten – solche, die sich nicht wie normale Erinnerungen anfühlen, sondern wie etwas, das immer noch passiert. Durch geführte Augenbewegungen oder andere Formen bilateraler Stimulation verlieren traumatische Erinnerungen schrittweise ihre emotionale Intensität.
In unserer Privatpraxis am Gendarmenmarkt in Berlin Mitte behandeln wir Traumafolgestörungen und PTBS – mit kognitiver Verhaltenstherapie und EMDR, in Ihrem Tempo. Aktuell sind noch freie Therapieplätze verfügbar. Ein Erstgespräch lässt sich kurzfristig vereinbaren: telefonisch unter (030) 97 98 27 85 oder über unsere Online-Terminvereinbarung.
Aktuell sind noch freie Therapieplätze verfügbar. Traumatherapie in Berlin Mitte – Termin (Behandlung auch als Online-Videotherapie) bei den Psychotherapeutinnen vereinbaren: (030) 97 98 27 85 oder Online-Terminvereinbarung
Wie läuft die Therapie ab? Was ist bei der Abrechnung zu beachten?
Freie Therapieplätze
Für Privatpatienten und Selbstzahler
Berlin Mitte, U-Bahn Stadtmitte, nahe des Gendarmenmarktes